PK/ AdsorpCore
Niederschlagswasser von Verkehrsflächen, Metalldächern und Industriearealen führt nicht nur Feststoffe mit sich, sondern auch gelöste Schwermetalle wie Zink und Kupfer. Die übliche Sedimentation reicht hier nicht aus – gelöste Stoffe lassen sich wirksam nur durch eine zusätzliche Filterstufe zurückhalten. Der PK/ AdsorpCore ist ein kompakter, unterirdischer Filterschacht, der genau dafür entwickelt wurde. In Kombination mit dem PK/ FlowStatic Lamellenklärer bildet er ein zweistufiges Behandlungssystem, das die Anforderungen der DWA-A 102 und DWA-A 138 auch in den höheren Belastungskategorien sicher erfüllt.
Warum gelöste Schwermetalle eine eigene Behandlungsstufe brauchen
Ein Großteil der Schadstoffe im Regenabfluss ist an Feinpartikel gebunden – rund 70 bis 80 %. Diese partikulär gebundenen Stoffe werden durch eine vorgeschaltete Sedimentationsanlage wie den PK/ FlowStatic zuverlässig entfernt. Der verbleibende, gelöste Anteil ist jedoch nicht zu unterschätzen: Schwermetalle und Bremsenabrieb sowie weitere gelöste Metalle gelangen ohne Behandlung direkt in Boden, Grundwasser oder Vorfluter.
Die DWA-A 102-2 und DWA-A 138 bewertet diese Belastungen über das Stoffstrommodell und ordnet jedem Flächentyp eine Belastungskategorie zu. Bei höheren Kategorien – etwa Verkehrsflächen mit hohem Verkehrsaufkommen, Industrieflächen oder Metalldächern – ist eine zusätzliche Behandlungsstufe regulatorisch gefordert. Der PK/ AdsorpCore deckt genau diesen Bedarf ab.
Funktionsweise des PK/ AdsorpCore
Der PK/ AdsorpCore ist als kompakter Betonschacht ausgeführt und wird dem PK/ FlowStatic im Behandlungsstrang nachgeschaltet. Das vorgereinigte Niederschlagswasser tritt über den Zulauf in den Schacht ein, durchströmt das Adsorbermedium von unten nach oben und verlässt den Schacht über den Ablauf in Richtung Versickerung oder Vorfluter.
Der Reinigungsprozess basiert auf drei Wirkmechanismen, die im Adsorbermedium parallel ablaufen:
- Adsorption: Gelöste Schwermetall-Ionen lagern sich an der Oberfläche des Adsorbermaterials an und werden dauerhaft gebunden.
- Ionenaustausch: Schadstoff-Ionen werden gegen unbedenkliche Ionen aus dem Substrat ausgetauscht – dieser Mechanismus ist besonders wirksam für Schwermetalle.
- Filtration: Verbliebene feine Restpartikel aus der vorgeschalteten Sedimentationsstufe werden mechanisch zurückgehalten.
Das Filtermedium befindet sich einem fest installierten Filterpaket im unteren Schachtbereich. Über das integrierte Zulauf- und Inspektionsrohr kann die Anlage jederzeit kontrolliert werden, ohne dass Bauteile ausgebaut werden müssen. Die unterirdische Bauweise spart wertvollen Platz.
Vorteile des PK/ AdsorpCore auf einen Blick
- Behandelt gelöste Schwermetalle: Zielgerichtete Entfernung von z.B. Zink, Kupfer und weiteren gelösten Metallionen – nicht nur AFS.
- Geeignet für höhere Belastungskategorien: In Kombination mit dem PK/ FlowStatic werden die Anforderungen der DWA-A 102 und DWA-A 138 auch in höheren Belastungskategorien sicher eingehalten.
- Kompakte, unterirdische Bauweise: Kein Platzbedarf an der Oberfläche – ideal für innerstädtische Projekte und nachträgliche Sanierungen.
- Modular für PK/ FlowStatic bis DN 3000/6: Der PK/ AdsorpCore in vier Baugrößen (DN 1000 bis DN 2500) deckt in Kombination mit dem PK/ FlowStatic Flächen bis 25.200 m² ab.
- Einfache Wartung: Inspektion über das Zulaufrohr ohne Ausbau, Substratwechsel als planbare Leistung im Wartungsintervall.
- Modularer Behandlungsstrang: Sedimentation und Adsorption sauber getrennt – jede Stufe lässt sich gezielt prüfen und warten.
Einsatzbereiche und DWA-Konformität
Der PK/ AdsorpCore eignet sich überall dort, wo neben den partikulär gebundenen Schadstoffen auch gelöste Schwermetalle aus dem Niederschlagswasser entfernt werden müssen:
- Straßen und Verkehrsflächen ab Belastungskategorie I
- Parkplätze und Stellflächen mit hohem Verkehrsaufkommen
- Gewerbe- und Industrieflächen mit metallbelastetem Abfluss
- Verzinkte Dächer, Kupferdächer und Metallfassaden
- Logistik- und Umschlagflächen, Busbahnhöfe
- Sanierung bestehender Entwässerungssysteme zur Nachrüstung
Maßgeblich für die Bemessung sind das Arbeitsblatt DWA-A 138 (Stoffstrombilanz und Anforderungen an die Reinigungsleistung) sowie der Trennerlass NRW. Alle Regelwerke fordern bei höheren Belastungskategorien eine Behandlungsstufe, die über die reine Sedimentation hinausgeht. Die Kombination aus PK/ FlowStatic und PK/ AdsorpCore deckt diesen Bedarf in einem klar strukturierten, zweistufigen Behandlungsstrang ab.
Das zweistufige System: PK/ FlowStatic + PK/ AdsorpCore
Sedimentation und Adsorption ergänzen sich technisch: Erst werden die partikulär gebundenen Schadstoffe abgeschieden, dann die gelösten Anteile gebunden. Diese Aufgabenteilung ist nicht nur fachlich sauber, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll, weil die Standzeit des Adsorbermediums spürbar steigt, wenn keine Feststoffe mehr in den Filterschacht gelangen.
Stufe 1 – PK/ FlowStatic Lamellenklärer: Der Lamellenklärer scheidet abfiltrierbare Stoffe (AFSfein) im geneigten Lamellenpaket ab. Die feinen Partikel werden im Schlammraum gesammelt und können durch einfaches Absaugen entfernt werden.
→ Mehr zum PK/ FlowStatic Lamellenklärer
Stufe 2 – PK/ AdsorpCore Filterschacht: Der nachgeschaltete Filterschacht entfernt die gelösten Schwermetalle durch Adsorption und Ionenaustausch. Das vorgereinigte Wasser sorgt für eine optimale Auslastung und lange Standzeit des Adsorbermediums.
Technische Daten und Bemessung
Der PK/ AdsorpCore ist in vier Baugrößen verfügbar und wird passend zur jeweiligen PK/ FlowStatic-Baugröße ausgewählt. Die anschließbaren Flächen richten sich nach der Belastungskategorie nach DWA-A 138.
PK/ AdsorpCore DN 1000
PK/ AdsorpCore DN 1500
PK/ AdsorpCore DN 2000
PK/ AdsorpCore DN 2500
| PK/ FlowStatic | PK/ AdsorpCore | DN Zu/Ablauf | Kat I (m²) | Kat II/I (m²) | Kat III/I (m²) |
|---|
| DN 1500 | DN 1000 | 300 | 4.200 | 2.300 | 1.600 |
| DN 2000 | DN 1500 | 300/400 | 8.400 | 4.600 | 3.200 |
| DN 2500 | DN 2000 | 300/400 | 12.600 | 6.900 | 4.800 |
| DN 3000 | DN 2500 | 400/500 | 16.800 | 9.200 | 6.400 |
| DN 3000/5 | DN 2500 | 400/500 | 21.000 | 11.500 | 8.000 |
| DN 3000/6 | DN 2500 | 400/500 | 25.200 | 13.800 | 9.600 |
| Spaltenangaben Kat I/II/III: maximal anschließbare Fläche je Belastungskategorie nach DWA-A 138. Geforderter Mindest-Rückhalt AFSfein: Kat I 40 %, Kat II 70 %, Kat III 80 %. Werte sind Richtwerte – die verbindliche Bemessung erfolgt projektbezogen unter Berücksichtigung von Flächennutzung, Niederschlagscharakteristik und behördlichen Auflagen. |
Die genaue Auslegung hängt von der konkreten Flächennutzung, der örtlichen Niederschlagscharakteristik und der zuständigen Behörde ab. Wir unterstützen Sie gerne bei der Bemessung und der wasserrechtlichen Abstimmung. → Mehr zur Planung von Regenwasserlösungen
Einbau, Wartung und Betrieb
Der PK/ AdsorpCore wird als fertiger Betonschacht angeliefert und in eine vorbereitete Baugrube versetzt. Zulauf und Ablauf werden an die bestehende Entwässerung angeschlossen, der Schacht wird befüllt und ist nach kurzer Inbetriebnahmephase betriebsbereit. Eine regelmäßige Sichtkontrolle über den Inspektionsschacht stellt die Funktion sicher; das Adsorbermedium wird in planbaren Intervallen ausgetauscht.
Wir empfehlen, die Wartung des PK/ AdsorpCore in das Wartungskonzept der gesamten Regenwasserbehandlung zu integrieren – idealerweise gemeinsam mit der Wartung des vorgeschalteten PK/ FlowStatic. Das spart Wege, vereinfacht die Dokumentation und erfüllt die Nachweispflichten gegenüber der Wasserbehörde. → Mehr zur Wartung von Regenwassersystemen
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„PK/ AdsorpCore“ (PDF)
Häufige Fragen zum PK/ AdsorpCore
Wofür wird der PK/ AdsorpCore eingesetzt?
Der PK/ AdsorpCore behandelt Niederschlagswasser von Flächen, auf denen gelöste Schwermetalle anfallen – insbesondere Zink und Kupfer von Verkehrsflächen, Metalldächern, Industriearealen und Parkplätzen. Er wird dem PK/ FlowStatic Lamellenklärer nachgeschaltet und ergänzt diesen um die Filtrationsstufe.
Was unterscheidet einen Filterschacht von einem Lamellenklärer?
Ein Lamellenklärer wie der PK/ FlowStatic entfernt durch Sedimentation die partikulär gebundenen Schadstoffe (AFSfein). Ein Filterschacht wie der PK/ AdsorpCore bindet die gelösten Schadstoffe, die nicht sedimentierbar sind. Beide Verfahren ergänzen sich: Erst Sedimentation, dann Adsorption.
Welche Größe brauche ich?
Die Auslegung richtet sich nach der angeschlossenen Fläche und der Belastungskategorie nach DWA-A 102 und DWA-A 138. Die Tabelle oben zeigt die Zuordnung von PK/ FlowStatic- zu PK/ AdsorpCore-Baugröße. Die konkrete Bemessung erfolgt projektbezogen – sprechen Sie uns gerne an.
Wie aufwendig ist die Wartung?
Eine regelmäßige Sichtkontrolle über den Inspektionsschacht genügt im laufenden Betrieb. Das Adsorbermedium wird in planbaren Intervallen ausgetauscht – abhängig von Belastung und angeschlossener Fläche. Wir empfehlen die Wartung als Teil eines Gesamtwartungsvertrags zusammen mit dem PK/ FlowStatic.
Erfüllt der PK/ AdsorpCore die Anforderungen der DWA-A 102 und der DWA-A138?
In Kombination mit dem vorgeschalteten PK/ FlowStatic erfüllt das Behandlungssystem die Anforderungen der DWA-A 102 und DWA-A 138 auch in den höheren Belastungskategorien. Die genauen Nachweise stellen wir projektbezogen zur Verfügung.
Sie planen ein Bauvorhaben mit Regenwasserbehandlung?
Wir bemessen die passende Kombination aus PK/ FlowStatic und PK/ AdsorpCore individuell für Ihr Projekt – abgestimmt auf Flächengröße, Belastungskategorie nach DWA-A 102 und Einleitungsanforderungen.