Was ist eine Rigole?
Eine Rigole ist ein unterirdisches Bauwerk, welches Regenwasser aufnimmt, zwischenspeichert und kontrolliert an das Erdreich abgibt. Rigolen kommen überall dort zum Einsatz, wo Niederschlagswasser dezentral versickert werden soll – insbesondere bei Gewerbe-, Industrie- und Erschließungsprojekten mit großen versiegelten Flächen.
Im Gegensatz zur oberirdischen Muldenversickerung benötigen Rigolen kaum Fläche an der Oberfläche und können direkt unter Verkehrsflächen, Parkplätzen oder Grünflächen eingebaut werden.
Die Anforderungen an Rigolen und andere Versickerungsanlagen sind im DWA-Arbeitsblatt A 138 (Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser) geregelt. In Nordrhein-Westfalen gelten zusätzlich die Anforderungen des Trennerlasses NRW und des § 51a LWG NRW zur Pflicht der Niederschlagswasserbeseitigung.
Rigolentypen im Überblick
Je nach Bauweise, Speichermaterial und Einsatzzweck werden verschiedene Rigolentypen unterschieden. Die Wahl des richtigen Systems hängt von der Flächengröße, den Bodenverhältnissen, der geforderten Tragfähigkeit und dem verfügbaren Platz ab.

Füllkörper-Rigolen (Kompaktrigolen)
Füllkörper-Rigolen verwenden hochporiges Speichermaterial oder Kunststoffgitterboxen als unterirdischen Speicherkörper. Sie bieten ein deutlich höheres Porenvolumen als klassische Kiesrigolen (50–96 % statt ca. 30 %) und ermöglichen dadurch eine kompaktere Bauweise mit weniger Bodenaushub. Die PK/ Kompaktrigole und die PK/ Box-Systeme gehören zu dieser Kategorie.

Rohr-Rigolen
Rohr-Rigolen bestehen aus perforierten Rohren, die in ein Kiesbett eingebettet sind. Das Regenwasser wird über das Rohrsystem verteilt und versickert über die Kiespackung in den Untergrund. Rohr-Rigolen eignen sich für linienförmige Entwässerung entlang von Straßen oder Erschließungsflächen.

Kiesrigolen
Die klassische Rigolenbauweise: Ein Graben wird mit Kies oder Schotter verfüllt und mit Geotextil ummantelt. Das Porenvolumen beträgt nur ca. 30 %, weshalb Kiesrigolen deutlich mehr Platz benötigen als moderne Füllkörper-Systeme. Bei großen Gewerbe- und Industrieprojekten sind sie daher selten die wirtschaftlichste Lösung.

Mulden-Rigolen
Bei einer Mulden-Rigole wird eine bepflanzte oberirdische Mulde mit einer darunterliegenden Rigole kombiniert. Das Regenwasser durchläuft zunächst die belebte Bodenzone der Mulde und wird dabei natürlich gefiltert. Mulden-Rigolen eignen sich für Projekte mit ausreichend Freifläche.

Baumrigolen
PK/ Baumrigolen verbinden die Versickerungsfunktion mit der Bewässerung von Stadtbäumen. Sie sind ein zentrales Element des Schwammstadt-Konzepts und fördern die Verdunstung, Verschattung und Grundwasserneubildung in urbanen Räumen.
PK/ Kompaktrigole – die wirtschaftliche Alternative zur Kiesrigole
Die PK/ Kompaktrigole ist unser geschütztes System zur Regenwasserversickerung. Sie verwendet zur Speicherung des Niederschlagswassers eine Kombination aus Kunststoffgitterboxen und hochporigem Speichermaterial aus einem speziell gesuchten Schaumlava mit einem wasserzugänglichen Porenvolumen von 50–54 % bei 100% Proctordichte. Im Vergleich zur klassischen Kiesrigole mit ca. 30 % Porenvolumen bedeutet das: weniger Bodenaushub, weniger Material und eine kompaktere Baugrube.
Auf der Oberkante des Speichermaterials wird eine Tragfähigkeit von Ev2 = 75 bis 150 MPa erreicht. Dadurch kann die PK/ Kompaktrigole direkt unter dem Fahrbahnoberbau eingebaut werden – auch in Bereichen für den Schwerlastverkehr. Die Rigole wird mit einem wasserdurchlässigen Geotextil ummantelt, das das Eindringen von Erdreich verhindert.
→ Mehr zur PK/ Kompaktrigole
Vergleich: PK-Rigolensysteme vs. Kiesrigole
| Eigenschaft | PK/ Kompaktrigole | PK/ Box 480 | PK/ Box 132 | PK/ Box 12 | Kiesrigole |
|---|
| Porenvolumen | 50–54 % | 96 % | 96 % | 95 % | ca. 30 % |
| Tragfähigkeit (Ev2) | 75–150 MN/m² | SLW 60 | hoch | SLW 60 | gering |
| Einbau unter Verkehrsflächen | Ja | Ja (ab 600 mm) | Ja | Ja (ab 300 mm) | Nein |
| Kontrollierbarkeit | Inspektionskanäle | Inspektionskanäle | Inspektionskanäle | Inspektionskanäle | Keine |
| Platzbedarf (relativ) | Gering | Sehr gering | Sehr gering | Sehr gering | Hoch |
| Einbaugeschwindigkeit | Schnell | Sehr schnell | Schnell | Schnell | Langsam |
| Wartung | Spülbar | Spülbar | Spülbar | Spülbar | Nicht spülbar |
| Mindest-Systemhöhe | projektabhängig | 500 mm | 550 mm | ab 50 mm | projektabhängig |
| Typischer Einsatz | Gewerbe, Erschließung | Großprojekte, Logistik | Mittlere Projekte | Flache Einbausituationen | Privatgrundstücke |
Hinweis: Die Tabelle zeigt einen generischen Vergleich. Die optimale Systemwahl hängt von den projektspezifischen Randbedingungen ab – wir beraten Sie gerne.
Anforderungen nach DWA-A 138
Die Bemessung und der Betrieb von Rigolen sind in Deutschland im DWA-Arbeitsblatt A 138 geregelt. Wesentliche Anforderungen an Rigolenversickerungsanlagen sind:
- Durchlässigkeit des Untergrunds: Der kf-Wert des anstehenden Bodens muss mindestens 1 × 10⁻⁶ m/s betragen. Bei geringerer Durchlässigkeit ist keine Versickerung möglich.
- Grundwasserabstand: Zwischen Rigolensohle und dem mittlerem höchsten Grundwasserstand muss ein Mindestabstand von 1 m eingehalten werden.
- Vorbehandlung: Bei belasteten Flächen (Verkehrsflächen, Industrieflächen, Metalldächer) muss das Regenwasser vor der Einleitung in die Rigole behandelt werden – z. B. durch eine Sedimentationsanlage oder einen PK/ 3P HydroShark.
- Entleerungszeit: Die Rigole muss sich innerhalb von 48 Stunden vollständig entleeren können, um für das nächste Regenereignis Speichervolumen bereitzustellen.
- Wartung: Regelmäßige Kontrolle und Reinigung der Rigole sind gemäß DWA-A 138 vorgeschrieben. PK Regenwassermanagement bietet professionelle Wartung deutschlandweit an.
In Nordrhein-Westfalen gelten zusätzlich die Anforderungen der DWA-A 102 (Grundsätze zur Bewirtschaftung und Behandlung von Regenwetterabflüssen) sowie des Trennerlasses NRW. Der Trennerlass fordert bei bestimmten Flächenbelastungen eine Vorbehandlung mit mindestens 50 % AFS₆₃-Rückhalt vor der Versickerung.
Wann ist eine Vorbehandlung des Regenwassers vor der Rigole erforderlich?
Nicht jedes Regenwasser darf direkt in eine Rigole eingeleitet werden. Bei Flächen mit erhöhter Schadstoffbelastung – etwa Verkehrsflächen mit mehr als 300 Fahrzeugen pro Tag, Industrieflächen oder Metalldächern aus Kupfer oder Zink – ist eine Vorbehandlung des Niederschlagswassers vorgeschrieben.
Die erforderliche Reinigungsleistung wird auf Grundlage der DWA-A 102 und die DWA-A 138 ermittelt. PK Regenwassermanagement bietet hierfür abgestimmte Behandlungsanlagen:
Die Behandlungsanlage wird vor die Rigole geschaltet. Das gereinigte Wasser fließt anschließend in die Rigole und versickert in den Untergrund.
Planung, Lieferung und Wartung aus einer Hand
Als Hersteller und Fachplaner bieten wir Ihnen ein Rundum-Sorglos-Paket für Ihr Rigolenversickerungsprojekt – von der Bemessung über die Lieferung bis zur langfristigen Wartung:
- Planung: Unsere Fachingenieure bemessen die Rigole individuell für Ihr Projekt – abgestimmt auf Flächengröße, Bodenverhältnisse und behördliche Anforderungen. → Mehr zur Planung
- Lieferung und Einbaubetreuung: Wir liefern alle Komponenten und betreuen den Einbau auf der Baustelle fachlich. Der Einbau erfolgt durch das vom Bauherrn beauftragte Tiefbauunternehmen.
- Wartung: Nach Inbetriebnahme übernehmen wir die regelmäßige Wartung Ihrer Rigole – inklusive TV-Inspektion und Reinigung der Inspektionskanäle. → Mehr zur Wartung
→ Unsere Referenzprojekte mit Rigolen in ganz Deutschland
Sie planen ein Projekt mit Rigolenversickerung?
Wir bemessen das passende Rigolensystem individuell für Ihr Bauvorhaben – abgestimmt auf Flächengröße, Bodenverhältnisse und behördliche Anforderungen. Kompaktrigole, Box-System oder Mulden-Rigole: Wir finden die wirtschaftlichste Lösung.
Häufige Fragen zu Rigolen
Was ist eine Rigole und wie funktioniert sie?
Eine Rigole ist ein unterirdischer Speicher für Regenwasser. Das Niederschlagswasser von versiegelten Flächen wird über Rohrleitungen in die Rigole eingeleitet, dort zwischengespeichert und versickert anschließend kontrolliert über die Sohle und die Wandungen in den Untergrund. Rigolen entlasten die Kanalisation und fördern die natürliche Grundwasserneubildung.
Was kostet eine Rigole?
Die Kosten einer Rigole hängen von der Flächengröße, dem Speichervolumen, der Bauweise und den Bodenverhältnissen ab. Moderne Füllkörper-Systeme wie die PK/ Kompaktrigole sind trotz höherer Materialkosten pro Kubikmeter oft günstiger als Kiesrigolen, weil deutlich weniger Bodenaushub anfällt. Wir erstellen Ihnen gerne ein individuelles Angebot – sprechen Sie uns an.
Was ist der Unterschied zwischen einer Rigole und einer Mulden-Rigole?
Bei einer reinen Rigole wird das Regenwasser direkt unterirdisch eingeleitet und versickert. Bei einer Mulden-Rigole wird eine oberirdische bepflanzte Mulde mit einer darunterliegenden Rigole kombiniert. Das Wasser durchläuft zuerst die belebte Bodenzone der Mulde und wird dabei natürlich gefiltert. Mulden-Rigolen benötigen mehr Fläche, bieten aber eine zusätzliche Reinigungswirkung.
Welche Normen gelten für Rigolen in Deutschland?
Die Planung und der Betrieb von Rigolenversickerungsanlagen sind im DWA-Arbeitsblatt A 138 geregelt. Bei belasteten Flächen gelten zusätzlich die DWA-A 102 und die DWA-A 138 zur Ermittlung der erforderlichen Vorbehandlung. In NRW sind der Trennerlass NRW und der § 51a LWG NRW relevant.
Muss Regenwasser vor der Einleitung in eine Rigole behandelt werden?
Das hängt von der Belastung der entwässerten Fläche ab. Bei Dachflächen ohne Metalleindeckung ist in der Regel keine Behandlung erforderlich. Bei Verkehrsflächen, Industrieflächen oder Metalldächern muss das Regenwasser vor der Versickerung behandelt werden – zum Beispiel durch einen PK/ 3P HydroShark oder einen PK/ FlowStatic Lamellenklärer.
Wie oft muss eine Rigole gewartet werden?
Die DWA empfiehlt eine regelmäßige Kontrolle der Rigole, typischerweise einmal jährlich. Bei Rigolen mit vorgeschalteter Sedimentationsanlage sollte diese halbjährlich kontrolliert werden. PK Regenwassermanagement bietet professionelle Wartung deutschlandweit an – inklusive TV-Inspektion und Reinigung der Inspektionskanäle.